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  • Karolina Kardel

Welche Ausrüstung brauche ich wirklich für mein Pferd?

Aktualisiert: Aug 2


Was brauche ich alles, um sauber ausgestattet aufsitzen zu können?

Der Sattelschrank lässt sich kaum noch schließen, für die vielen Halfter bietet die Sattelkammer nicht ausreichend Platz und auch der Keller ist voll mit Pferdeequipment. Kommt euch das bekannt vor? Wir haben mal einen Blick in unseren eigenen Sattelschrank geworfen und verraten euch, was bei uns zu finden ist und von welchen Dingen wir glauben, dass sie wirklich gebraucht werden.


Eine Umfrage bei Instagram hat uns gezeigt: Eine Übersicht zu erstellen an Equipment, die wir für unser Pferd wirklich brauchen, ist gar nicht so leicht. Denn je nach Trainingsschwerpunkt und Trainingsform spielen andere Dinge eine wichtige Rolle. Die eine arbeitet mit Knotenhalfter und könnte niemals darauf verzichten, die andere braucht zwingend ihre Tasche voll Leckerli.


Ein in der Pferdewelt nur wenig beachtetes Thema ist die Nachhaltigkeit. Zwar gibt es immer mehr Labels wie uns von Sportsfreund Studios, denen es wichtig ist, ihre Produkte unter fairen Bedingungen und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu produzieren, dennoch wird das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz noch sehr stiefmütterlich behandelt. Am Ende wird eben doch das fünfte Halfter gekauft, „weil es so schön aussieht“.



Aus diesem Grund wollen wir uns anschauen, welches Equipment wichtig ist und einen Einblick in unseren Sattelschrank gewähren. Ein Tipp an dieser Stelle: Beim Kauf neuer Ausrüstung auf Qualität setzen. Gute Produkte kosten vielleicht etwas mehr – sie halten aber auch deutlich länger. Und das nicht nur, weil sie hochwertiger verarbeitet sind, nein, hier spielt auch eine psychologische Komponente mit rein: Die Erfahrung zeigt, dass wir alle die Produkte besser behandeln, hegen und pflegen, die teurer waren. Die Trense wird öfter geputzt, die Satteldecke öfter abgebürstet und die Abschwitzdecke mäusesicher verstaut und nicht einfach auf dem Sattelschrank geparkt oder am Haken hängen gelassen, wo sie den Sommer über vollstaubt, von den Stallschwalben vollgemacht oder den Mäusen angenagt wird.


Must-Have: Diese Ausrüstung braucht jedes Pferd


Halfter und Strick

An Halfter und Strick kommt niemand vorbei. Beides gehört für uns zum absoluten Must-Have. Das Halfter brauchen wir, um unser Pferd zu führen, um es anzubinden, wir können damit Bodenarbeit machen oder theoretisch könnten wir damit sogar reiten. Weil Halfter für verhältnismäßig wenig Geld erworben werden können, haben viele Pferdebesitzerinnen zahlreiche verschiedene Modelle.

In unseren eigenen Sattelschränken sieht es dagegen anders aus: Wir setzen beim Thema Pferdehalfter eher auf Minimalismus. Wir haben für unsere Pferde je zwei Halfter und zwei Stricke. Zwei, damit wir bei Bedarf eins waschen können und im Falle, dass eins kaputt geht, nicht ohne Halter dastehen. Unsere persönlichen Lieblinge sind die umflochtenen Halfter von Herr Pferd, die leider nur noch ganz ausnahmsweise produziert werden und die wir aus diesem Grunde besonders hegen und pflegen.


Putzzeug für die tägliche Pflege


Ohne Putzzeug geht’s nicht. Unsere Isländer befinden sich schließlich gefühlt zehn von zwölf Monaten im Fellwechsel. Und um die losen Haare und den Schmutz aus dem Offenstall zu entfernen, sollten wir unsere Pferde regelmäßig und immer vor und nach dem Training putzen. Vor allem nach dem Training und vor dem Auflegen der Abschwitzdecke ist es wichtig, die losen Haare auszubürsten. Dazu könnt ihr mehr lesen in unserem Beitrag Abschwitzdecke richtig pflegen.


In unserem Putzkasten befinden sich:

  • eine Wurzelbürste

  • eine Magic Brush Bürste

  • eine Mähnenbürste

  • ein Hufkratzer

  • eine Metallstriegel/Schweißmesser

  • eine Furminator zum Kampf gegen das Winterfell

  • eine Schere

Bei den Pflegemitteln halten wir uns ebenfalls gerne knapp: Für Schweif und Mähne verwenden wir einfaches Olivenöl aus dem Supermarkt. Im Sommer schützen wir unsere Ponies beim Ausreiten mit Fliegenspray.


Futterschüssel oder Futtereimer

Auch eine Futterschüssel gehört zur Basisausstattung eines Pferdes. Ob Schüssel oder Eimer ist im Grunde gleich: ein Eimer, der mit einem Band um den Kopf gehängt werden kann, verhindert, dass das Pferd sein Futter im Stall verteilt.



Ausrüstung für die Bodenarbeit

Neben der Grundausrüstung für den Alltag brauchen wir aber noch weiteres Equipment für das Training mit unseren Pferden. Für die Bodenarbeit haben wir folgendes im Sattelschrank:






Ein passender Kappzaum

Ein passender Kappzaum ist für uns ein weiteres Must-Have. Er kann sowohl für das Training an der Longe verwendet werden, als auch für die klassische Bodenarbeit an der Hand. Ob der Kappzaum ein Naseneisen besitzt oder einfach nur aus Leder oder Biothane ist, ist abhängig davon, was eurem Pferd angenehmer ist und gut sitzt. Unsere Ponies teilen sich einen handgemachten ledernen Kappzaum von Dauberg und Roth.








Ein Bodenarbeitsseil/eine Longe

Ebenfalls ein echtes Muss ist eine Longe bzw. ein langes Bodenarbeitsseil. Auch Langzügel eignen sich. Anders als beim Anbindestrick mit Panikhaken sollte das Bodenarbeitsseil oder die Longe einen klassischen Karabiner besitzen, der sich nicht löst, wenn das Pferd mal zur Seite springt oder beim Longieren mehr Zug entsteht. Ansonsten entscheidet das persönliche Gefühl, wie die Longe angenehm in der Hand liegt.


Gerte und Peitsche

Für uns vom #teamsportsfreund gehören Gerte und Peitsche zum Training dazu. Für uns ist beides nichts anderes als ein verlängerter Arm und die Möglichkeit, unserem Pferd feinere Hilfen zu geben. Darüber haben wir ausführlich in unserem Beitrag Gerte beim Reiten - Ja oder Nein? berichtet.


Persönlich benutzen wir je eine Reitgerte und teilen uns eine längere Bodenarbeitsgerte und eine leichte Manegenpeitsche, alle handgemacht von Rudolph Lobback in Dannenberg.


Ausrüstung fürs Reitpferd


Ein passender Sattel ist das A und O

Ein passender Sattel ist das A und O für jedes Reitpferd. Welcher Sattel der richtige ist und wie er angepasst wird, muss der Sattler des Vertrauens entscheiden. Wichtig ist, dass der Sattel sowohl zum Pferderücken als auch zum Reitergesäß passt. Denn ein kurzer Sattel für einen kurzen Pferderücken hilft ReiterInnen mit kräftigem Po oder langen Oberschenkeln nicht wirklich. Er schränkt uns nämlich massiv in der Beckenbeweglichkeit ein und sorgt dafür, dass wir steif auf unseren Pferden sitzen und sie in ihrer Bewegung stören. Wir haben Sommer-Sättel von Sattelberaterin Xenia Brunk.


Nice to have aber nicht zwingend erforderlich: Fellsattel oder Reitpad

Nicht zwingend erforderlich aber dennoch schön zu haben ist ein Fellsattel oder ein Reitpad. Beides vermittelt das Gefühl ohne Sattel zu reiten, schützt aber den empfindlichen Pferderücken unter anderem vor unseren unangenehm piksenden Sitzbeinhöckern. Das Reiten mit Fellsattel oder Reitpad trägt dazu bei, den eigenen Reitersitz zu verbessern.


Zwei Satteldecken

Zum Schutz des Sattels– und/oder Reitpads – vor Schmutz und Pferdeschweiß solltet ihr unbedingt eine Satteldecke benutzen. Außerdem hält sie die Sattellage schön trocken, was der Gesundheit euer Pferde dient.Trotz unseres Hangs zum Minimalismus plädieren wir dafür, mindestens zwei zu besitzen – und das nicht (nur) deswegen, weil ihr bei uns die unglaublich tollen Satteldecken aus Wolle kaufen könnt. Nein! Wenn ihr zwei Satteldecken habt, könnt ihr sie regelmäßig austauschen und reinigen. Denn eine schmutzverkrustete Satteldecke ist nicht nur unästhetisch, sondern auch für das Pferd äußerst unangenehm.

Lesetipp: Satteldecke oder Sattelpad – Welche Unterlage ist besser für mein Pferd?




Trense mit passendem Gebiss oder gebisslose Zäumung

Ebenso wichtig wie der Sattel sind die Trense oder eine gebisslose Zäumung. Hier reicht in der Regel ein Exemplar aus – es sei denn ihr wollt zwischen gebisslos und Gebiss, zwischen unterschiedlichen Gebissen (zum Beispiel Kandare und Wassertrense) oder zwischen verschiedenen Reithalftern (englisch oder hannoveranisch) wechseln. In dem Fall empfiehlt es sich sehr, eine zweite Zäumung parat zu haben, damit ihr nicht ständig alles umschnallen und eure Einstellungen verändern müsst.

Alternativ könntet ihr auch einen Multifunktions-Kappzaum wie beispielsweise das Modell Dorado der Marke Hillbury benutzen, in den ihr bei Bedarf euer Gebiss einschnallen könnt.


Zur Trense gehören natürlich auch Zügel. Hier reicht normalerweise ein Zügelpaar aus, am besten mit Karabinern oder Snaps zum fixen umschnallen. Denn die Erfahrung zeigt: Wer mehrere verschiedene Zügel aus unterschiedlichen Materialien hat, wird am Ende doch immer nur das Zügelpaar nehmen, das am besten in der Hand liegt. Alle anderen Zügel liegen oder hängen unbenutzt im Sattelschrank rum.


Ein wenig anders sieht es aus, wenn ihr mit euren Pferden aufs Turnier fahrt. In unserem Beitrag Der erste Turnierstart: Woran muss ich denken und was hilft gegen die Nervosität? geben wir den Tipp, ein Outfit zu wählen, in dem ihr euch wohl und schick fühlt. Und das gilt natürlich auch fürs Pferd.



Deswegen ist es durchaus sinnvoll, eine Alltagsausrüstung zu besitzen und eine Sonntagstrense fürs Turnier mit Glitzersteinen, weißen Zügeln oder ähnlichem.


Eine Abschwitzdecke

Last but not least: die Abschwitzdecke. Natürlich darf auch eine Abschwitzdecke nicht fehlen. Und das sagen wir nicht nur, weil ihr bei uns Abschwitzdecken kaufen könnt. Das sagen wir, weil eine Abschwitzdecke vor allem für das Training im Winter unerlässlich ist. Ein nassgeschwitztes Islandpferd braucht mit seinem dicken und langen Fell wesentlich länger zum Trockenwerden, als ein Großpferd mit vergleichsweise kurzem Fell. Die Abschwitzdecke unterstützt dabei nicht nur den Trocknungsprozess, sondern verhindert auch, dass die warmen Muskeln durch einen Luftzug auskühlen und verspannen. Dies betrifft vor allem den empfindlichen Rückenbereich. Und beim Transport im Anhänger auf dem Weg zu einem Kurs oder zu einem Turnier kann eine Abschwitzdecke aus Fleece oder Wolle muskuläre Verspannungen durch Zugluft verhindern.


Ob und wann unsere Ponies überhaupt welche Decken brauchen, lest ihr in unserem Artikel Islandpferde Eindecken: Ja oder Nein?


Natürlich benutzen wir unsere eigenen Abschwitzdecken, wobei jedes Pferd zwei Stück besitzt. So kann man sie austauschen, wenn sie durchgeschwitzt sind bzw sie abwechselnd waschen.


Weiteres Equipment fürs Pferd

Darüber hinaus gibt es noch einige Dinge, die je nach Situation, Alter und Gesundheitszustand des Pferdes benötigt werden.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Hufschutz, Boots

  • Hufschuhe

  • Halsring

  • eine oder mehrere Ekzemdecken

  • eine Regendecke

  • eine Paddockdecke

  • eine Fliegendecke

  • Clicker, Clickerbeutel und

  • Futterlob



Welche Ausrüstung fürs Pferd darf eurer Meinung nach auf keinen Fall fehlen?

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